Japankäfer: Lage bleibt angespannt – dritte Information der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt
22. Jul 2026
Seit Beginn der Flugsaison 2026 wurden in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt insgesamt 77 Japankäfer gefangen. Es handelt sich bereits um die dritte Information der Kantone zum Japankäfer in diesem Jahr. Die Behörden setzen die Bekämpfung des Schädlings mit verschiedenen Massnahmen konsequent fort und bitten die Bevölkerung weiterhin um Unterstützung.
Japankäfer befindet sich in Hauptflugzeit
Auch in den vergangenen Tagen wurden im Kanton Basel-Landschaft sowie in Basel-Stadt erneut Exemplare des schädlichen Japankäfers entdeckt. Der Käfer befindet sich derzeit in seiner Hauptflugzeit. Die erwachsenen Tiere sind aktiv, fressen an zahlreichen Wirtspflanzen und paaren sich. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier bevorzugt in feuchte, grasbewachsene Böden ab.
Nach wenigen Wochen schlüpfen daraus Larven, die sich von den Wurzeln der Gräser ernähren und dadurch Schäden an Rasen- und Grünflächen verursachen können. Je nach Witterung dauert die Flugzeit der erwachsenen Käfer bis in den September an.
Das Ziel der Behörden bleibt unverändert: Die Ausbreitung des Japankäfers soll durch gezielte Massnahmen eingedämmt und möglichst getilgt werden.
77 Käfer seit Saisonbeginn nachgewiesen
Der Befall durch den Japankäfer wurde mit Beginn der Flugsaison 2026 frühzeitig erkannt. Zur Bekämpfung des Schädlings ist eine Kombination verschiedener Massnahmen notwendig. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und die Forschungsanstalt Agroscope unterstützen die Kantone bei der Bekämpfung. Das BLW koordiniert zudem die Massnahmen mit den benachbarten Ländern Deutschland und Frankreich.
Seit Beginn der Saison wurden bisher 77 Exemplare gefangen:
33 Käfer im Kanton Basel-Stadt
44 Käfer im Kanton Basel-Landschaft
Die Situation bleibt weiterhin angespannt. Um die erwachsenen Käfer zu bekämpfen und die Entwicklung der Population zu überwachen, wurden im Umfeld der Fundorte zusätzliche Fallen installiert. Diese werden während der gesamten Flugzeit regelmässig kontrolliert.
Rasenflächen weiterhin nicht bewässern
Während der Hauptflugzeit spielt die Bewässerung von Rasen- und grasbewachsenen Flächen eine wichtige Rolle. Feuchte Böden sind für die Eiablage der Weibchen besonders attraktiv.
Die Kantone empfehlen deshalb weiterhin, Rasen- und grasbewachsene Flächen trotz der aktuellen Trockenperiode vorübergehend nicht zu bewässern. Bereits wenige Tage mit trockenen Bodenverhältnissen können die Eiablage erschweren und damit den Bekämpfungserfolg unterstützen.
Bäume und Sträucher sollen hingegen weiterhin gezielt im Bereich der Kronentraufe (äussere Begrenzung der Baumkrone) bewässert werden, um deren Vitalität und langfristige Stabilität sicherzustellen.
Vorsicht bei Rückreisen aus Befallsgebieten
Der Japankäfer kann als ungebetener Passagier über den Reiseverkehr in neue Gebiete gelangen. Eier und Larven können mit Erde verschleppt werden. Erwachsene Käfer verstecken sich häufig in Pflanzen, Grünabfällen oder reisen unbemerkt in Autos, Zügen und Flugzeugen mit.
Wer aus einem Befallsgebiet im Süden zurückkehrt – beispielsweise aus dem Tessin oder Norditalien – kann einen wichtigen Beitrag leisten: Gepäck und Fahrzeuge sollten vor der Heimreise gründlich kontrolliert werden.
Besonders betroffene Gebiete sind:
- Norditalien (Lombardei und Piemont), beispielsweise Mailand, Varese, Novara, Biella, Vercelli, Asti, Alessandria, Pavia und Lodi
- der gesamte Kanton Tessin
- das Misox in Graubünden
- das Simplongebiet im Wallis
Überwachung wird fortgesetzt
Die Überwachung des Japankäfers wird während der gesamten Flugzeit konsequent weitergeführt. Die Fallen werden zweimal wöchentlich kontrolliert und die Situation laufend beurteilt.
Sollten weitere Käferfunde festgestellt werden, werden die erforderlichen Massnahmen in enger Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt, dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sowie Agroscope laufend angepasst. Über wichtige Entwicklungen wird die Bevölkerung zeitnah informiert.
Japankäfer-Funde melden
Die Bevölkerung wird gebeten, mögliche Funde eines Japankäfers zu melden. Jede Meldung hilft dabei, eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und gezielte Massnahmen einzuleiten.
Japankäfer-Hotline: 061 267 64 00
Basel-Landschaft: japankaefer@bl.ch
Basel-Stadt: japankaefer@bs.ch
Weitere Informationen zum Japankäfer und zu den Massnahmen der Kantone finden Sie unter:
www.bl.ch/japankaefer
www.bs.ch/japankaefer
Die Kantone danken der Bevölkerung für die Unterstützung bei der Bekämpfung des Schädlings.
Hinweis: Korrektur zur Allgemeinverfügung Basel-Stadt
In der Allgemeinverfügung von Basel-Stadt vom 24. Juni 2026 ist bei der zeitlichen Angabe zur Ausnahmeregelung für die Verbringung von Oberboden ein Fehler unterlaufen.
Die korrekte Formulierung lautet:
«Für die Zeit vom 1. Oktober 2026 bis 31. Mai 2027 können auf Gesuch hin von der Stadtgärtnerei Ausnahmen bewilligt werden, wenn beim Transport und beim Ablagern des Materials Massnahmen ergriffen werden, um eine Verbreitung des Japankäfers zu vermeiden.»
Die Kantone bedauern den Fehler und danken für das Verständnis.
