Bade- und Betretungsverbot an der Birs

26. Jul 2022

Das Amt für Wald beider Basel verfügt ein Bade- und Betretungsverbot für Mensch und Tier sowie ein Fischereiverbot in der Birs.

Begründung:
1. Der tiefe Wasserstand in Bächen und Flüssen führt in Verbindung mit den hohen
Wassertemperaturen bei der Fischfauna zum Hitzestress. Die Fische suchen deshalb
kühlere und sauerstoffhaltigere Gewässerbereiche auf. Wo nicht vorhanden ziehen sie sich
in die wenigen, noch verbliebenen tieferen Stellen zurück, so auch die vom Aussterben
bedrohte Nase. Aktuell.gefährdet sind bei hohen Wassertemperaturen um 25 Grad C auch
der Bachforellen- und Aschenbestand sowie die Junglachse, die in den letzten beiden
Jahren ausgesetzt wurden. Mit einer raschen Entspannung der Situation ist in den
nächsten Tagen trotz möglicher Gewitter nicht zu rechnen.

2. Gemäss Art. 5 Abs. 2 und Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Fischerei (BGF, SR
923.0)ergreifen die Kantone die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der
Lebensräume von gefährdeten Arten und Rassen und zur Verbesserung der
Lebensbedingungen der Wassertiere. Gemäss $ 2 Abs. 1 des kantonalen
Fischereigesetzes (FG, SGS 530) trifft der Kanton die erforderlichen Massnahmen, um die
Lebensräume zu erhalten, zu verbessern oder nach Möglichkeit wiederherzustellen. Der
Kanton schützt zudem bedrohte Arten und Rassen ($ 2 Abs. 2 FG). Hinsichtlich Vollzug
bestimmt $ 28 FG: ,,Wer vorsätzlich oder fahrlässig diesem Gesetz oder den darauf
gestützten Vorschriften oder Verfügungen zuwiderhandelt, wird mit Busse bestraft."
3. Angesichts der anhaltenden hohen Temperaturen und der tiefen Wasserstände ist die
Fischfauna einem hohen Stress ausgesetzt. Die tiefen, kühleren Gewässerabschnitte sind
die derzeit einzigen Refugien, um das Uberleben sicherzustellen. Aus diesem Grund
gefährdet in bestimmten Bereichen das Betreten der Birs wichtige regionale Refugien der
Aschen, Bachforellen und Nasen. Appelle auf freiwilligen Badeverzicht zeigten kaum
Wirkung. Um das Überleben gefährdeter Fische zu ermöglichen, beschliesst die
Fischereibehörde des Kantons Basel- Landschaft daher - in Abstimmung mit den
zuständigen Stellen und mit den Einwohnergemeinde Münchenstein, Augst, Pratteln,
Füllinsdorf und Liestal, ein sofortiges Betretungsverbot der Birs an den signalisierten
Stellen zwischen der Schänzlibrücke und der Holzbrücke unterhalb dem KW Neue Welt
sowie der Eisenbahnbrücke und dem BBC Turm in Arlesheim.
ln der Ergolz zwischen der Rösslibrücke in Augst und der Autobahnbrücke Zürich - Basel
sowie der TCS Brücke in Füllinsdorf und dem Kesselfall in Liestal. Das Betretungsverbot
gilt für Menschen Haus- und Nutztiere.

4. Möglich bleibt das Baden und Fischen im Rhein sowie an der Birs zwischen der Holzbrücke
unterhalb des KW Neue Welt und der Eisenbahnbrücke in Münchenstein sowie oberhalb
des BBC Turms in Arlesheim bis zur Brücke der ehemaligen Kläranlage in Reinach. An der
Ergolz ist das Baden und Fischen zwischen der Autobahnbrücke Zürich- Basel und der
TCS Brücke in Füllinsdorf erlaubt.

Demgemäss wird verfügt:

1. Zum Schutz der bedrohten Fischarten gilt für den Abschnitt der Birs zwischen der
Schänzlibrücke in Münchenstein und der Holzbrücke unterhalb des KW Neue Welt sowie
der Eisenbahnbrücke in Münchenstein und dem BBC Turm in Arlesheim ein Fischerei-,
Bade- und Betretungsverbot.
2. An der Ergolz gilt das Verbot zwischen der Rösslibrücke und der Autobahnbrücke Zürich-
Basel sowie zwischen der TCS Brücke in Füllinsdorf und dem Kesselfall in Liestal.
3. Das Verbot gilt ab Dienstag, 26. Juli 2022,08.00 Uhr und bis auf Widerruf
4. Das Verbot gilt für Menschen sowie Haus- und Nutztiere. Es umfasst ebenfalls das
Befahren, beispielsweise mit Booten, SUP oder Schlauchbooten.
5. Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen
6. Die vorliegende Verfüggng wird den Einwohnergemeinden Münchenstein, Augst, Pratteln,
Füllinsdorf und Liestal und den Medien mitgeteilt und im Kantonsblatt publiziert sowie vor
Ort mit Plakaten und Markierungen publik gemacht bzw. signalisiert.
7. Die Einwohnergemeinde Münchenstein sowie der Fischereiverein Ergolz Liestal ist
zuständig für den Unterhalt der vom Amt für Wald beider Basel zur Verfügung gestellten
Markierungen.
8. Wer dieser Verfügung vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, wird verzeigt.

Weitere Informationen finden Sie beim Amt für Wald beider Basel.

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