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Heimspiel für Michael Theurillat

24.11.2013

Seine in der Region lebende Mutter gab ihm die Ehre, sein Göttimädchen war da: Mit Genugtuung hielt Michael Theurillat, einer der Shootingstars unter den Schweizer Krimiautoren, gleich zu Beginn seiner Lesung von Bibliothek und Burggartenkeller-Verein fest, dass es sich hier für ihn um ein Heimspiel handle.

Die Bibliothek war gerammelt voll für den an Zürich "verlorenen Sohn". Eindrücklich ein paar Eckdaten aus seiner Biographie: Jahrzehntelang Banker, war seine freiwillige Abkehr aus dieser Szene für ihn eine Befreiung. Nicht wissen konnte er damals, dass manche seiner damaligen Kollegen diese nicht freiwillig verlassen würden, aber jetzt wenigstens genug Zeit haben, in neuer Freiheit oder gar nicht Freiheit seine Bücher zu lesen. Michael Theurillat las zwei Kurzgeschichten, die das Auditorium voll in ihren Bann zogen. Er gehört definitiv nicht zu den Autoren, denen man das Vorlesen ihrer eigenen Bücher nur verzeiht, weil man die Bücher vorher gelesen hat und weiss, dass sie gut sind... Dass er am Ende noch in eine Schiesserei verwickelt wurde, gehörte zur Inszenierung und konnte ihm und auch seinem Kommissar Eschenbach keinerlei Schaden zufügen. Im Gegenteil: der prominente Gast eröffnete zu den Klängen des Kriminaltangos das Krimikabinett der Bibliothek, das ab sofort allen Krimiliebhabern zur Verfügung steht. Beim anschliessenden Apéro nutzten viele Besucher die Gelegenheit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. A propos Apéro: Er stammte aus eigenem Boden und war von den Mitarbeiterinnen der Bibliothek liebevoll und lecker unter dem Motto „Krimihäppchen“ zubereitet worden.

Daniel Bollinger